Forschungsziele
Die Ziele des Deutschen Landwirtschaftsmuseums (DLM) für die universitäre Forschung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Sammlung, Klassifizierung und Erhaltung einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturgütern und Archivalien;
- Bereitstellung dieses Materials für Forschung und Lehre;
- Veröffentlichung der Materialien, einschließlich Datenbanken;
- Organisation von Ausstellungen der Sammlungen;
- Förderung der Forschung im Zusammenhang mit den Sammlungen.
Das DLM der Universität Hohenheim ist eines der führenden Landwirtschaftsmuseen in Deutschland und versucht, einen Beitrag zur Wissenschaft und Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu leisten. Durch die Zugänglichmachung seiner verschiedenen Sammlungen soll das Universitätsmuseum die akademische Forschung weiter fördern. Und natürlich sind wir als öffentliche Institution bestrebt, diese Forschung der „breiten Öffentlichkeit“ – den Museumsbesuchern – zugänglich zu machen, damit die Gesellschaft als Ganzes davon profitieren kann.

Einbindung in die Lehre
Heute wird das DLM innerhalb der Lehre bei Lehrveranstaltungen und Seminaren genutzt. Zudem werden Führungen für Studierende aller Fachbereiche sowie für Mitarbeiter und Auszubildenden der Universität angeboten, bei denen nicht nur auf die Agrar- und Landtechnikgeschichte, sondern auch auf die Geschichte der Universität eingegangen wird.
Das DLM ist eine Zentrale Einrichtung der Universität. Wir ermutigen die Professoren, Studierenden und Doktoranden aller Fachbereiche der Universität Hohenheim unsere Einrichtung zu nutzen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Betreuung von Abschlussarbeiten.

Portfolioprogramm
Studierende können während ihres Studiums innerhalb des Portfolioprogramms Credits mit Forschungsarbeiten für das DLM erwerben.
Geschichte der Forschung und Lehre im DLM
Die Sammlungen des Deutschen Landwirtschaftsmuseum gehen bis auf die Gründungszeit der Hohenheimer „Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt“ zurück. Spätestens seit 1831 war das Ziel der Sammlung, landwirtschaftliche Werkzeuge und Geräte zu sammeln, zu klassifizieren, weiterzuentwickeln und sie zu erhalten, um sie der Forschung zugänglich zu machen. Für die Lehre wurden außerdem von den gesammelten Werkzeugen und Geräte, aber vor allem auch von anderen landwirtschaftlichen Maschinen, die damals als bedeutsam und innovativ empfunden wurden, maßstabsverkleinerte, funktionstüchtige Modelle zu Demonstrationszwecken gemacht – die Hohenheimer Modelle.
Prof. Dr. Hans Holldack, seit 1908 Geschäftsführer der Königlich Württembergischen Maschinenprüfungsanstalt Hohenheim und seit 1911 der erste Inhaber des Lehrstuhls für Landwirtschaftliches Maschinenwesen der Technischen Hochschule Stuttgart, stellte kurz vor dem ersten Weltkrieg fest, dass die Modellsammlung für den Unterricht an Bedeutung verloren habe, weil es jetzt gute Fotografien gäbe. Sein Nachfolger Prof. Dr. Georg Kühne rühmte in der Festschrift zum 100. Geburtstag der Hochschule (1918) die Hohenheimer Sammlung, denn sie sei „nach der von Berlin die größte und in ihrer Darstellung der Entwicklung des landwirtschaftlichen Maschinenwesens die bedeutendste“ – eine Aussage, die deswegen bemerkenswert ist, weil die Berliner Sammlung im 2. Weltkrieg größtenteils untergegangen ist.
Als Walther Fischer-Schlemm 1929 zum Professor für das landwirtschaftliche Maschinenwesen an die Landwirtschaftliche Hochschule berufen wurde, waren die historischen Modelle kaum noch Bestandteil des Lehrunterrichtes. Er erkannte jedoch ihren Wert für die Lehre und kümmerte sich engagiert um den Ausbau der Schau- und Lehrsammlung, die seit der Professur von Prof. Hans Dr. Holldack (1914) durch Schnittmodelle ergänzt worden war. Mit diesen aufgeschnittenen Maschinen und Geräteteilen aus Originalmaschinen (wie Motoren oder Anbaupflugmechanismen) konnte man deren inneren Aufbau und die einzelne Funktionsweisen verdeutlichen. Das war damals eine große Hilfe, denn es gab noch keine speziellen Lehrfilme – und kein Internet.
Fischer-Schlemm kümmerte sich außerdem um die Erweiterung der bestehenden Prospektsammlung landwirtschaftlicher Maschinen. Dafür mussten seine Assistenten bei Fachmessen und Ausstellungen die Prospekte neuer Landmaschinen einsammeln und mitbringen. Die Prospekte wurden zur Beobachtung der technischen Weiterentwicklungen in- und ausländischer Firmen intensiv für die Lehre, für die eigenen Forschungen und für die Vorbereitung von Maschinenprüfungen genutzt. Als wichtige Belege der Agrartechnikgeschichte wurden sie sorgfältig archiviert und haben bis heute im Institut für Agartechnik überdauert.
