Die Gründer der Hohenheimer Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt verfolgten 1818 unter anderem das Ziel, Ackerbaugeräte zu verbessern. Ihnen war es wichtig, jene Geräte zu verbreiten, die sich im Praxistest auf dem Feld bewährt hatten. Deshalb wurde 1819 die „Hohenheimer Ackergerätefabrik“ gegründet, die als erste Manufaktur für landtechnische Arbeitsmittel in Deutschland gilt.

Die ersten Hohenheimer Agrartechniker testeten die Gerätschaften auf den Feldern und verbesserten sie kontinuierlich. Leider sind von diesen frühen Exemplaren nur wenige erhalten geblieben. Der Grund: Unter dem ersten Hohenheimer Gründungsdirektor Johann Nepomuk von Schwerz wurden die Geräte nach den Tests wieder zerlegt, um Holz und Metall anderweitig zu verwenden. Sein Nachfolger Ludwig von Ellrichshausen änderte diese Praxis. Mit seinem Amtsantritt im Jahr 1828 begann er, sämtliche Geräte systematisch zu sammeln. Damit legte er den Grundstein für die heutige „Hohenheimer Werkzeug- und Modellsammlung“. 1832 ließ er die Sammlung in zwei großen Sälen des Hohenheimer Schlosses präsentieren – die erste stationäre Leistungsschau der damaligen Agrartechnik mit einem festen Ausstellungsort!

Heinrich Volz, der ab 1832 Direktor in Hohenheim war, institutionalisierte die Sammlung. Er stellte ihr jährlich 100 Gulden aus dem Etat zur Verfügung und ernannte Professor Dr. Karl Göriz zum Sammlungsbeauftragten. Als Göriz die Sammlung 1845 übergab, umfasste sie bereits 800 Exponate. Ihm verdanken wir auch die erste gedruckte Beschreibung der Sammlung, in der er unter anderem schreibt: „Die Sammlung kann … für Jedermann jederzeit geöffnet werden.“ Damit lässt sich feststellen, dass es bereits 1845 einen öffentlichen Ausstellungsbetrieb im Hohenheimer Schloss gab. Die Ausstellung war so bedeutend, dass ein Besuch der „Hohenheimer Modellsammlung“ 1861 sogar im Baedeker Deutschland als Ausflugstipp empfohlen wurde.