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Modellsammlung

In enger Zusammenarbeit mit dem landwirtschaftlichen Institut war die Hohenheimer Ackergerätefabrik Mitte des 19. Jahrhundert maßgebend in der Entwicklung von landwirtschaftlichen Maschinen. Neben einer Fülle an Geräten für die Feld- und Hofwirtschaft, schuf die damalige Gerätefabrik auch eine Vielzahl landwirtschaftlicher Modelle. Die detailgetreuen Nachbildungen dienten als Anschauungs- und Lehrmaterial für die damaligen Studenten. Gleichzeitig sollten Sie als zum Nachbau anregen und so Bauern wie Handwerkern mit den landtechnischen Errungenschaften ihrer Zeit vertraut machen.

Auf über einhundert Metern Vitrinenfläche zeigt das DLM die umfangreiche Hohenheimer Modellsammlung. Viele der rund 1.000 Pflüge, Eggen, Hofmaschinen und Fuhrwerke sind nach über 150 Jahren noch voll funktionsfähig und und faszinieren heute wie damals durch ihre Perfektion und Detailtreue.

Erste Verkaufskataloge der Hohenheimer Ackergerätefabrik

Preis-Verzeichniß 1834

Preis-Verzeichnis 1842

Erster Sammlungskatalog der Hohenheimer Modellsammlung

Verzeichniß 1834

Pflugsammlung

Das erste gestammelte Exponat des DLM ist ein Pflug, denn seit 1818 gehört die Entwicklung von Pflügen zu einer zentralen Aufgabe der Hohenheimer Ackergerätefabrik. Der Goldene Pflug von Hohenheim gehört für Prof. Dr. Hermann Schäfer, dem Gründungsdirektors des Deutschen Historischen Museums zu Berlin, zu den 100 wichtigsten Objekte deutscher Geschichte! (siehe: Hermann Schäfer: Deutsche Geschichte in 100 Objekten. München 2015).

Der Goldene Pflug von Hohenheim visualisiert einen besonders wichtigen Moment der deutschen Geschichte. Denn ohne Innovationssprünge in der Landwirtschaft Ende des 18. Jhds. und zu Beginn des 19. Jhds. hätte es zwei große Trends nie gegeben: die Urbanisierung und die industrielle Revolution.

Lernen Sie den Goldnen Pflug und eine Auswahl historischer Pflüge im DLM kennen.

Sämaschinen

Regelmäßiger Abstand, gleichmäßiges Auflaufen und Wachstum, Saatgutersparnis sowie leichte Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen: Die Vorzüge der Drillsaat erkannten die Italiener schon vor 400 Jahren. 

Bis die ersten Sämaschinen in Mitteleuropa Einzug hielten, vergingen aber noch einmal über einhundert Jahre. Von England aus nahm die Weiterentwicklung der Sägeräte ihren Lauf und ersetzte allmählich die über Jahrtausende hinweg praktizierte Breitsaat. Im Prinzip haben sich die Saatmaschinen seit damals kaum verändert: Räder, ein Saatkasten, eine Vorrichtung zur Dosierung des Saatguts und eine Saatleitung mit Schare gehören zu den Merkmalen aller Sägeräte.

Wie die Technik der Sämaschinen im Laufe der Zeit verfeinert wurde, können Besucher in der umfangreichen Sammlung des DLM erfahren.

Flachssammlung

Gleich zweimal gab es von Hohenheim ausgehend Bestrebungen den Flachsanbau in Württemberg neues Leben einzuhauchen.

Als 1842 die Hohenheimer Flachsbereitungsanstalt gegründet wurde, suchte man nach besseren Methoden den Faserlein mittels einfacher Maschinen effektiv und günstig aufzubereiten. Auch in den 1980er Jahren wurde ein erneuter Versuch unternommen, den Flachsanbau einzuführen. Neuartige Maschinen wurden von aus Belgien angeschafft, um den Anbau so gut es ging zu mechanisieren.

Eine Vielzahl an interessanten Geräten aus dieser Zeit ist dem DLM erhalten geblieben, so dass wir heute den mühsamen Weg vom Flachsstängel zum Leinenhemd nochmal lebendig werden lassen.

Melken und Milchverarbeitung

Melken im Wandel der Zeit
Seit der Mensch Tiere domestiziert, hat er von Schafen, Ziegen und Kühen nicht nur Fell und Fleisch, sondern auch Milch gewonnen. Ähnlich wie das Schlachten und Gerben, war über Jahrtausende hinweg das Melken reine Handarbeit. Bis zu 500 Handgriffe waren pro Melkvorgang erforderlich. Erst der mechanische Milchentzug brachte eine wesentliche Arbeitserleichterung und konnte den Vorgang deutlich beschleunigen. Pulsator, Vakuumpumpe und Zitzenbecher mussten aber erst erfunden und im Zusammenspiel gut aufeinander abgestimmt werden, um der Melktechnik zum Durchbruch zu helfen. Diese wesentlichen Bausteine waren zwar schon vor über 100 Jahren bekannt, richtig praxisreif war die Melkmaschine aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele technische Hürden mussten überwunden werden, um die Gefahr von schmerzhaften Verletzungen am Euter auszuschließen. Im DLM dokumentiert die Abteilung „Melktechnik im Wandel der Zeit“ anhand vieler Exponate den langen Weg von der einfachen Milchkanne bis zum High-Tech Melkroboter.


Milchverarbeitung einst und heute
Milch ist ein schnell verderbliches Lebensmittel. Einmal gemolken, muss sie rasch gekühlt oder schnell verarbeitet werden. Bis Kühlwannen und kühlbare Milchwägen Einzug hielten, wurde Milch – meist noch vor Ort – als Käse und Butter „konserviert“. Über Jahrhunderte hinweg stand für die Milchverarbeitung nur einfachstes Gerät zur Verfügung. Rahmbehälter, Stoß- Butterfass und Knetwanne – alle aus Holz – waren die einzigen Hilfsmittel zur Butterbereitung. Erst die Einführung einer verbesserten Milchzentrifuge durch den Schweden Gustaf de Laval verbesserte und beschleunigte die Gewinnung von Rahm als Rohstoff fürs Buttern. Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich dann mehr und mehr die Technik auch bei Butterfass und Knetmaschine durch und reduzierte somit den Arbeitsaufwand um ein Vielfaches. Die im DLM ausgestellten Exponate verdeutlichen die Entwicklung vom bäuerlichen Stoßbutterfass bis zur modernen Molkerei.

Geschichte des Gewächshaus

Künstliche Beregnung